Stereolab - Sound Dust
Sound-Dust ist der achte Teil in dem anscheinend endlosen Versuch der französisch-englischen Kitsch-Strategen Stereolab, den Ablauf ihrer Musikgeschichte neu zu schreiben — es ist aber auch ein weiteres Album, das darauf aus ist, auch einmal die vernachlässigten Seitenwege jenseits der üblichen Pop-Trampelpfade zu beschreiten und auf diesen Wegen dann in die entrückten Bereiche von Melodien zu gelangen, von denen eine hypnotische Zauberwirkung ausgeht.
Sie sind jedoch längst nicht mehr die einzigen, die alte Kataloge durchwühlen und die Vergangenheit in neuen, gewagten Formen auferstehen lassen möchten. Um mit Leuten wie Broadcast, Add N to (X) und Ladytron, die — eindrucksvoll muss man zugeben — mit dem Zurück-in-die-Zukunft-Zauberstab umgehen können, zu konkurrieren muss Sound-Dust sich einige spektakuläre Zaubertricks einfallen lassen. Obwohl man sich äußerst renommierte Mitarbeiter an Bord genommen hat — bei der Produktion John McEntire von Tortoise und Jim O’Rourke, der zeitweise bei Sonic Youth mitwirkte, und Sean O’Hagen von The High Llamas, der sich um die Arrangements kümmerte — kann man sich bei Sound-Dust nicht des Eindrucks erwehren, dass es sich hier um die Neuverpackung von ollen Kamellen handelt.
So findet man neben dem recht liebenswerten, wenn auch unheimlichen Eröffnungsstück “Black Ants In Sound” — alles voll von wirbelnder Blasmusik und schwungvoller einfingriger Moog-Riffkunst — Klamotten wie “Nothing To Do With Me” und “Gus The Mynah Bird”, bei denen sich die Klänge der Marimbas und Xylofone in eine total langweilige blasse Lounge-Funk-Mischung auflösen. Wenn Stereolab wirklich einen neuen Sound kreieren möchte, dann müssen sie sich wirklich etwas Neues einfallen lassen: Sound-Dust, so klingt die Zukunft, aber etwas staubig. –Louis Pattison
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