Cabaret Voltaire - The Original Sound of Sheffiel
The Original Sound Of Sheffield ‘78/’82 bietet eine exzellente Auswahl von Stücken aus der frühen Zeit von Cabaret Voltaire, unter denen sich Klassiker finden wie der insurrektionelle Derwischtanz “Yashar”, der vollautomatisierte Albtraumblues “Seconds Too Late” und last but not least “Nag Nag Nag”, eine der gelungensten Synthesen von Punk und elektronischer Musik überhaupt.
Unheil verkündend wummernde, minimalistische Rhythmen skandieren die in städtischen Ballungsräumen allgegenwärtige unterschwellige Aggressivität. Obwohl die Atmosphäre der Musik schmutzig und schwarz bleibt, überrascht heute vor allem ihr trotziger Optimismus, die Zuversicht, es könnten durch die intensive Beschwörung von unsichtbaren, oppressiven Mächten diese auch ausgetrieben werden. CVs Paranoia bleibt funky und tanzbar. Das ist vor allem das Verdienst von Stephen Mallinders elegantem E-Bass, aber auch von Chris Watsons subtilen Tonbandtüfteleien.
Angenehmerweise enthält diese Compilation keine trendbewussten Remixe, sondern nur Originalversionen, auch wenn “Original” eine etwas unpassende Bezeichnung ist für Stücke, die davon leben, dass sie sich aus dem Fundus so ziemlich aller aufnehmbaren Klänge frei bedienen: Der geniale Dilettantismus von CV zitiert John Cage wie James Brown, arabische Musik wie Soundtracks alter Sciencefiction-Filme, und kombiniert diese Elemente mithilfe recht primitiven Equipments zu wilden Hybriden — aus Zivilisationsmüll zusammengebastelten akustischen Monstren. Diese Züchtungen sind fast ein Vierteljahrhundert alt und haben mittlerweile natürlich ein wenig Patina angesetzt, aber sie lassen in ihrer Konsequenz und Kraft immer noch mühelos 99 Prozent der heutigen elektronischen Musik, die sich für subversiv hält, wie präpotentes Gedudel klingen. –Björn Quiring
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