Glassjaw - Worship and Tribute
Glassjaw steht bei der Entwicklung des Hardcores an vorderster Front: fünf aus Long Island stammende Straight-Edge-Typen, die einen konsequent progressiven Umgang mit Punk-Rock pflegen und mit Worship And Tribute ein fantastisches zweites Album herausgebracht haben.
Frontman Daryl Palumbo ist die unmittelbare Verkörperung des Charakters dieser Band: In Songs wie “The Gillette Cavalcade Of Sports” und “Trailer Park Jesus” erklärt er mit seinen gewagten Texten dem dominierenden Kultur-Establishment den Krieg. Seine rockige, auf und ab schwebende Stimme bewegt sich zwischen einem Gesang, der einem unter die Haut geht und einem gequälten schrillen Geschrei, mit dem man Glas schneiden könnte. Vor allen Dingen in den Arrangements liegt jedoch der eigentliche Unterschied zu ihren Nu-Metal- und Hardcore-Zeitgenossen: Tracks wie “Mu Empire” und “Cosmopolitan Bloodloss” kombinieren den Hymnenstil von Faith No More mit einer komplexen Post-Hardcore-Struktur, bei der Fugazi vor Neid erblassen wird, während “Ape Dos Mil” den Höllenlärm zügelt und die beiden Gitarristen Justin Beck und Todd Weinstock ein wenig abdrehen lässt und ihren Instrumenten hin- und herschlängelnde Melodien sowie überwältigende, atmosphäregeladene Klangwände entlockt, wenn Palumbo mit seinem hohen bebenden Vibrato eine Erzählung über Liebesbesessenheit zum Besten gibt.
Sie sind eine total kompromisslose Band, aber Glassjaw sind so furchtlose Einzelkämpfer wie At the Drive-In und garantiert genauso gut. Worship And Tribute öffnet die Tür für die zukünftigen Helden der Hardcore-Szene. –Louis Pattison
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