Mojave 3 - Spoon and Rafter

Slowdive gehörten zu dem Besten, was die Gitarrenmusik der 90er hervorbrachte. Unwürdig aber war das Ende: Als Belohnung für das Ambient-Album Pygmalion wurde der Band seitens des Labels Creation der Vertrag gekündigt. Anstatt sich aber in sein Kämmerlein zu verkriechen und Klagelieder anzustimmen, komponierte Neil Halstead Lieder, die mehr auf Songstrukturen denn Sounds wie bei Slowdive basieren. Mojave wurde die neue Gruppe genannt, die 3 musste aus namensrechtlichen Gründen angehängt werden. Seine alter Weggefährte Ian McCutcheon und die bezaubernde Rachel Goswell folgten ihm und sind auch auf dem vierten Mojave-3-Album Spoon And Rafter dabei.

Die Mojave-Wüste beheimatet ausgetrocknete Salzseen und eine Steppenvegetation. Die Halstead-Songs würden dort gut hinpassen mit ihren tief im Country-Folk verankerten Wurzeln, den dezenten Neil-Young-Zitaten, einem spätnächtlichen Honky-Tonk-Feeling, lang gezogenen Slidegitarren-Riffs, bittersüßen Mundharmonika-Klängen und dem verträumt daherkommenden Glockenspiel. Manchmal rockt es auf Spoon And Rafter, doch zumeist sind die Stücke karg arrangiert und schleppen sich elegant voran. Trauervoll klingen sie und doch geht eine angenehme Wärme von ihnen aus. Wenn sich Mojave 3 überhaupt eine Kritik gefallen lassen müssen, dann dass Rachel Goswell nur als Backing-Sängerin auftaucht, anstatt Spoon And Rafter eine weitere wohl klingende Note zu verleihen. Das nächste Mal vielleicht… –Sven Niechziol

  • 1. Bluebird of Happiness
  • 2. Starlite, No. 1
  • 3. Bill Oddity
  • 4. Writing to St. Peter
  • 5. Battle of the Broken Hearts
  • 6. Hard to Miss You
  • 7. Tinker’s Blues
  • 8. She’s All Up House
  • 9. Too Many Mornings
  • 10. Between the Bars
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