Ai Phoenix - I’Ve Been Gone-Letter One

Bei der säuselnden Stimme der Sängerin Mona Mørk, der ruhigen Natur der Songs und dem Herkunftsland Norwegen, mit all seinem Assoziationsballast um Weite und Verträumtheit, ist es überraschend und sympathisch, dass das vierte Album von Ai Phoenix nicht ins Sphärische entgleitet, sondern immer schön auf dem Boden bleibt.

Dank der rustikalen Instrumentierung und dem Mitsänger Patrick Lundberg, dessen Stimme einen greifbareren Kontrast zu Mørks hingehauchten Zeilen setzt, könnte dies über weite Strecken Musik vom Bauernhof sein, möglicherweise vom alternativen. Mal klingt es wie Lambchop mit Damenbegleitung, mal wie Yo La Tengo ohne den bedinglosen Willen zu musikalischen Großtaten und ohne den Drang, jedes Instrument in eine Steckdose stecken zu müssen.

Trotz der leisen Töne und des gedrosselten Tempos ist dies nicht in erster Linie Musik zum Grübeln oder Ausdiskutieren, sondern zum Spaß haben. Nicht im Samstagabend-Party-Sinne, sondern auf eine sonntägliche, in sich gekehrte Art. Songs wie “Call Me In, Piccard” oder “Autobahn” brauchen nur wenige Anläufe, um sich im geistigen Ohr festzusetzen, der Rest des Albums folgt stehenden Fußes. Zwölf zauberhafte halbakustische Poppreziosen, nicht geschliffen, aber poliert. –Andreas Neuenkirchen

  • 1. Somewhere Nice And All
  • 2. A Country Life In The Autumn
  • 3. Call Me In, Piccard
  • 4. The Last Resort
  • 5. The Pilot An The Pilgrim
  • 6. Autobahn
  • 7. Leaving The Fairground
  • 8. Trolley In The Train
  • 9. Sing Ghost Song
  • 10. Small, Red, Heartshaped Pillow
  • 11. Held Into The Fire
  • 12. Melt Our Hearts Forever
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