Monatsarchiv für Mai 2004

Die Sterne - Das Weltall Ist zu Weit

Montag, den 24. Mai 2004

Gegenüber den Altersgenossen von Blumfeld und den jüngeren Tocotronic fällt der Erfolg der hanseatischen Sterne leider weit geringer aus — was eigentlich schade ist, denn wie die Genannten stehen auch Die Sterne seit Jahren für wunderbaren deutschsprachigen Rock jenseits der Klischees. Wo Blumfeld und Tocotronic allerdings die verdiente Ernte einfahren, blieben Die Sterne leider immer nur Kritikerlieblinge. (more…)

Morrissey - You Are the Quarry

Mittwoch, den 12. Mai 2004

Obwohl es lange auf sich hat warten lassen und obwohl sich in der Zwischenzeit so manches in der Welt geändert hat, wirkt es erstaunlich zeitgemäß: You Are the Quarry, das Album, mit dem sich Manchesters berühmtester Berufsmelancholiker in der Pop-Arena zurückmeldet. Und damit keine Zweifel aufkommen: Diese Songs mit reichlich Biss und vielschichtigen Texten sind Pop reinsten Wassers, wenn auch mit schwerem Gemüt und geprägt von ständigem Frust mit der Lust. (more…)

Tindersticks - Can Our Love

Dienstag, den 11. Mai 2004

Und wieder ist den Tindersticks Großes gelungen. Can Our Love präsentiert sich lange nicht so groovig wie das Ausfallschritt-Album Simple Pleasures. Die Chorgesänge und Blechbläser sind wieder weg, es kehrt wieder Stille, ja Minimalismus ein. Und doch lässt die tiefe Trauer der Tindersticks dem verschrobenen Humor des britischen Sechsers mehr und mehr Raum, was keineswegs bedeutet, das Can Our Love ein heiteres Werk ist, beileibe nicht, nur macht der Selbstmord so eben etwas mehr Spaß.

Die verdächtig schnelle Nummer “People Keep Comin’ Around” stellt ein gutes Beispiel für die neu erwachte Emotionalität dar. (more…)

Frank & Catholics, the Black - Devil’S Workshop

Dienstag, den 11. Mai 2004

Selbst der härteste Frank-Black-Fan muss eingestehen, dass dem ehemaligen Pixies-Mastermind bis auf ein paar korrekte Songs spätestens ab dem 96er-Album Cult Of Ray die einst so guten Ideen ausgingen. 2002 fluten die Mitglieder um die einstigen Alternative-Rock-Helden The Pixies die Indie-Szene. (more…)

Danzig - Danzig 777: I Luciferi

Dienstag, den 11. Mai 2004

Auch auf dem siebten Album des Schinkengotts halten sich Licht und Schatten wieder die Waage. Während ein Song wie “Black Mass” dem Hörer dank Glenn Danzigs nach wie vor einzigartiger Stimme irgendwo zwischen Elvis Presley, Roy Orbison und Metal-Gesang sowie dank der satten Gitarren-Riffs eine wohlige Gänsehaut beschert, nerven die beiden nachfolgenden Nu-Metal-Anbiederungen “Wicked Pussycat” und “God Of Light” gewaltig — bevor “Liberskull” dann wieder in den von den Alben zwei bis vier gewohnten und von den Fans geliebten Danzig-Gewässern schippert und das ruhig beginnende, sich immer weiter steigernde “Dead Inside” sogar ein echtes Highlight markiert.

Dieses Auf und Ab zieht sich wie ein roter Faden durch die Platte und dürfte es so manchem Alt-Fan eher schwer machen, die Scheibe uneingeschränkt in sein dunkles Herz zu schließen. (more…)