Mory Kante - Sabou

Mory Kanté stammt aus dem westafrikanischen Guinea. Seine musikalischen Gehversuche unternahm er allerdings in Mali, wo er an der Seite von Salif Keita in der legendären Rail Band spielte. Doch erst als Kanté nach Paris gezogen war, kam es auch zum internationalen Durchbruch: In den Achtziger Jahren landete Kanté mit “Yeke Yeke” Afrikas größten Hit und verkaufte eine Million Singles. Darin läutete er mit Kora-Funk und Acid-House zugleich die Ära der westafrikanischen Elektro-Barden ein. Mit Sabou hat Kanté erst jetzt wieder ein akustisches Album eingespielt, auf das seine Fans, sei es aus Afrika oder aus Europa, lange haben warten müssen. Darauf kehrt der Sänger, Kora-Spieler und Multiinstrumentalist zu den Wurzeln und Quellen seiner musikalischen Inspiration zurück. Neben dem überkommenen Balafon (einem Xylophon mit Kürbisresonatoren), der Kora (einer 21-saitigen Kürbisharfe) oder der einfachen Holzflöte ist das vor allem die westafrikanische Tradition der Griots, der mündlichen Überlieferer von Geschichte und Geschichten. Kanté selbst gehört der Griot-Kaste an, und auf Sabou erweist er sich mit seiner Tenorstimme als ein musikalisch überaus begnadeter Storyteller. Die zehn Tracks kommen hochmelodisch daher: umwoben von einem weiblich-ätherischen Chorgesang, unterlegt von vertrackt-grooviger Percussion und vom fein perlenden Kora- sowie Gitarrenspiel zusammengehalten. Einziges Zugeständnis an Kantés elektronische Erfahrung ist in manchen Songs die E-Gitarre. Aber die setzt er so sparsam ein, dass sich die polyrhythmische Percussion des mannigfaltigen Schüttel- und Schlaginstrumentariums voll entfalten kann. Auch Kantés ehemaliger Mitstreiter Salif Keita hat mit seinem Album Moffou bereits den akustischen Weg eingeschlagen. Dort wie auch auf Sabou zeigt sich, dass der afrikanische Nährboden des Dancefloor weitaus komplexer ist als sein europäischer Widerschein. Dem treibenden, tanztauglichen Groove tut das keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil. Roman Rhode

  • 1. Nafiya
  • 2. Djou
  • 3. Mama
  • 4. Diananko
  • 5. Sabou
  • 6. Kan
  • 7. M
  • 8. Loniya
  • 9. Dl
  • 10. Biriya (Rythmes du mandingue)
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