Archive - Unplugged
Mit Unplugged untermauern Archive zum wiederholten Mal ihre stilistische Vielfältigkeit. Gehörten die Briten 1996 mit dem feinen Album Londinium noch ins TripHop-Lager, waren sie spätestens mit You All Look The Same To Me zum Progressiv-Rock übergelaufen. Noise zementierte diesen Wandel, und genau dieses Album bildet das Fundament von Unplugged, das Resultat unzähliger Akustik-Shows. Die ursprünglich üppig arrangierten Stücke wurden auf ein Minimum reduziert, und in seiner Nacktheit kann ein Song beweisen, ob er Substanz besitzt. Was hier der Fall ist, insbesondere weil Craig Walker mit seinem hingebungsvollen Gesang das Gitarren- und Pianospiel von Danny Griffiths und Darius Keeler mit Leben füllt. Die beiden Archive-Gründer halten das Tempo der Songs niedrig, haben ihnen bewusst die Kraft und den Rock genommen und somit die zarte Seite freigelegt. Manchmal, wie in dem Song “Conscience” outen sich Archive überdeutlich, wie sehr Pink Floyd sie beeinflusst haben. Dann aber lehnen sie sich mit der Coverversion des Smiths-Klassikers “Girlfriend In A Coma” weit aus dem Fenster … ohne abzustürzen. Unplugged ist über 40 Minuten hinweg ein sehr intimes und stillen Albums, dessen Finale der unveröffentlichte Track, die spartanisch vorgetragene “Run” bildet. –Sven Niechziol
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