Manic Street Preachers - Lifeblood
Es waren harte Zeiten für die Manic Street Preachers: Lifeblood, ihrem siebten Studioalbum, ging 2001 das mutige, aber planlose Know Your Enemy voraus, das in kommerzieller Hinsicht ein Flop blieb. Außerdem zirkulierte erneut das Gerücht, die Band stehe kurz vor dem Aus. Eins steht immerhin fest: Mit Lifeblood kommt jetzt die richtige Platte zum richtigen Zeitpunkt.
Sie enthält elegischen Pop, der vom Einfluss melancholischer Post-Punk-Acts wie New Order, U2 (in ihrer Anfangszeit) und The Cure zeugt. Man hört den Manics an, dass sie reifer geworden sind: Sie verabschieden sich von ihrem aggressiven Punkrock zugunsten eines Sounds, der gleichzeitig ästhetisch, eindrucksvoll und — für Manics-Verhältnisse — ungewöhnlich gemäßigt ist. Die erste Singleauskopplung, das blasse, fast discoartige “The Love of Richard Nixon”, ist zwar ein Blindgänger, wird aber auf dem Album glücklicherweise von zwei starken Titeln eingerahmt, nämlich dem streicherbetonten “1985″, das sowohl die Smiths hochleben als auch Nietzsche zu Wort kommen lässt, und “Empty Souls”, einem der wenigen Tracks hier, mit dem sich die Manics auf ihre altbekannt respektlose Art Gehör verschaffen–Zitat: “Collapsing like the Twin Towers/Falling down like April showers.” Ansonsten variiert die Güte des Songmaterials. Zwei Titel sind derart brav und unauffällig, dass darüber besser keine Worte verloren werden; es lohnt sich allerdings, bei der Stange zu bleiben, denn das Stück “Cardiff Afterlife”, in dem Harfe und Vibraphon Akzente setzen, bildet einen harmonischen Abschluss. –Louis Pattison
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