Bloc Party. - Silent Alarm Remixed
Arroganz, Selbstüberschätzung, Verzweiflung, unumgängliche künstlerische Notwenigkeit, das schnelle Geld? Was bitte treibt Bloc Party, ein gutes halbes Jahr nach ihrem furiosen Debüt Silent Alarm gleich Silent Alarm Remixed nachzulegen? Fakt ist, dass hippe Bands eine immer kürze Lebensdauer haben, dass sie schnell zu Stars werden, die in großen, meist ausverkauften Hallen spielen und gutes Geld verdienen. Das geht in Ordnung, wer weiß schon, was kommt? Sind Bloc Party nun gierig? Sind sie schon ein bisschen, denn die Idee zu diesem Remix-Album kam aus den eigenen Reihen. Es handelt sich also um Auftragsarbeiten, und für die Mixe und Versionen, haben sich Label und Band fremde DJs, Produzenten und Musiker ausgesucht, die nicht zu weit vom eigenen Fanklientel entfernt sind. Kursierende Mixe und Bootlegs aus den Genres Drum & Bass oder Techno wurden also gleich ausgeschlossen, Bloc Party wollten sich nicht Richtung Dancefloor-Szene rücken lassen. Wie schade, wie kleingeistig, wie mutlos. Silent Alarm Remixed, das die selben Tracks und deren Reihenfolge aufweist, wie die Mutter, bietet also Streitpotential über Sinn und Unsinn eines solchen Projektes. Bloc Party sind eine Gitarren-Band, die gerne mit elektronischen Elementen arbeitet. Somit sind sie zu mehreren Seiten offen. Seiten, die neue Perspektiven ihrer kompaktem, kraftvollen Songs ermöglichen. Was aber nur ein Teil der Versionen schon aufgrund der Vorgabe zu leisten vermag. Je weiter sich das Remake vom Original entfernt, desto besser ist es hier. Da müssen Ladytron mit „Like Eating Glass“ erwähnt werden, auch Bloc-Party-Produzent Paul Epworth mit einer sehr nach Grauzone (bitte mal mit deren NDW-Stück „Film 2“ vergleichen) klingenden Adaption von „Banquet“. Kaum zu rekonstruieren ist „The Pioneers“ im sehr guten, sehr elektronischen M83 Remix, und auch das sehr zärtliche „So Here We Are“ von Four Tet kann überzeugen. Mogwai holen „Plans“ ein wenig, aber nicht weit genug zu sich herüber. Dafür verdient Nick Zinner von den Yeah Yeah Yeahs Komplimente für seinen bildhübschen Remix von - ach, wie das passt - „Compliments“. –Sven Niechziol
CD 1
- 1. Like Eating Glass (Ladytron Remix)
- 2. Helicopter (Sheriff Whitey Remix)
- 3. Positive Tension (Pretty Girls Makes Graves Remix)
- 4. Banquet (Phones Disco Edit)
- 5. Blue Light (Engineers Remix)
- 6. Shes Hearing Voices (Erol Alkans Calling Your Dub)
- 7. This Modern Love (Dave Pianka Remix)
- 8. The Pioneers (M83 Remix)
- 9. Price Of Gasoline (Automato Remix)
- 10. So Here We Are (Fourtet Remix)
- 11. Luno (Death From Above 1979 Remix)
- 12. Compliments (Mogwai Remix)
- 13. Plans (Nick Zinner Remix)
- 1. Storm and Stress [Acoustic]
- 2. Always New Depths
- 3. Skeleton
- 4. Plans [Acoustic]
- 5. Storm and Stress [Acoustic]
CD 2
Tags: Bloc Party








