Killing Joke - Hosannas from the Basements of
Mit grimmigen Minen gehen Killing Joke seit 1978 ihres Weges, und weichen auch auf Hosannas From The Basement Of Hell keinen Millimeter von ihrem beißenden, galligen Soundgebräu ab. Ruppig, aggressiv, polternd, lärmend und immer noch vital schlagen sich Jeremy „Jaz“ Coleman, K. „Geordie“ Walker, Paul Raven und Ben Calvert wie schon auf dem Vorgänger Killing Joke durch das dornige Unterholz der Rockmusik. Coleman singt nicht, er brüllt, dass es einem unheimlich wird. Geordies Gitarre kreischt wie eine Kettensäge, Calverts Drums ist ein stumpf prügelnder Knüppel und der Bass von Raven eine rostige Axt. „Flehrufe aus den Kellerräumen der Hölle“ könnte Hosannas From The Basement Of Hell übersetzt werden, und wenn es da unten wirklich so aus den Lautsprechern schallt, oh Mann…!
Es ist wieder ein finsteres, manisches und hypnotisches Album, dass die einst in Notting Hill Gate / London gegründete Band da aus den verätzten Bausteinen Punk, Metal, Industrial und Gitarren-Rock zusammen gesetzt hat. Eine Platte, wie ein Interview mit Lothar Matthäus: Es geht auch ohne Punkt, Komma und Strich. Stück an Stück hämmert die in Prag lebenden Band, als wolle sie ihre Seele von Dämonen befreien. Etwas Unergründliches muss in Mastermind Coleman zugehen, dirigiert der klassisch ausgebildete Besitzer einer Insel vor Neuseeland doch das Prager Symphonie Orchester. Nebenbei hat „Jaz“ mit Nigel Kennedy, Vanessa Mae oder Sarah Brightman gearbeitet und mit den Londoner Philharmonikern Songs der Rolling Stones, Who, Led Zeppelin oder Pink Floyd gekonnt und bildungsbürgertum-tauglich arrangiert. Hosannas From The Basement Of Hell ist das Gegenteil von all dem: Ein hingerotzter Klangbrocken mit monotonen Konturen. Ein Muss in der Killing-Joke-Sammlung. – Sven Niechziol
Tags: Killing Joke








