Queensryche - Operation: Mindcrime 2
Selbstüberschätzung? Realitätsverlust? Zu großes Selbstvertrauen? Jedenfalls ist es äußerst gewagt, einem der besten Metal-Alben aller Zeiten - Operation: Mindcrime von 1988 - einen Nachfolger an die Seite zu stellen und damit von vornherein sämtliche Kritiker auf den Schirm zu rufen. Und in der Tat: Operation: Mindcrime II kann selbst nach vielfacher Einfuhr zu keiner Sekunde gegen den Vorgänger anstinken und lässt es vor allem an der nötigen Atmosphäre missen. Objektiv gesehen muss man allerdings sagen, dass die überlange CD durchaus zahlreiche gute Stücke enthält, die man unter anderen Voraussetzungen deutlich weniger kritisch betrachten würde. Wenn, ja wenn nicht die völlig drucklose Produktion wäre, die niemals Majorlabel-Standard aufweist, sondern - im Gegenteil - eher den Eindruck eines Demos erweckt. Man kann es drehen und wenden, wie man will: Licht und Schatten halten sich bei diesem Album eindeutig die Waage. Kann man über den legendären Vorgänger hinwegsehen, ist Operation: Mindcrime II über weite Strecken sein Geld wert. Schafft man das nicht, ist Operation: Mindcrime II das Überflüssigste, was den CD-Markt 2006 bevölkert. – Boris Kaiser
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