Monatsarchiv für April 2006

Fields of the Nephilim - Mourning Sun/Ltd.

Freitag, den 28. April 2006

Nach dem grandiosen Elizium-Album schieben Fields Of The Nephilim eine Scheibe hinterher, die die Band noch düsterer und unberechenbarer zeigt.

In sieben atmosphärischen, bis zu zehn Minuten langen Epen walzen die Briten alle nur denkbaren Facetten menschlichen Leidens aus. Getragene, fast schwebende Passagen wechseln sich mit pechschwarzen Gothic-Rock-Albträumen ab, poetische Melancholie trifft auf nackte, rohe Gewalt. (more…)

Snow Patrol - Eyes Open

Freitag, den 28. April 2006

Die angenehm unaufdringliche Indiepop-Hoffnung Snow Patrol aus Schottland macht nach drei tollen Alben da weiter, wo sie mit Final Straw aufgehört hat: Mit einem weiteren tollen Album.

Die mittlerweile vom Trio zum Quintett angewachsene Band um Sänger und Songwriter Gary Lightbody will sich auch mit dem vierten Streich Eyes Open nicht so recht festlegen, wohin die Reise führen soll. (more…)

Tool - 10, 000 Days

Freitag, den 28. April 2006

Die Freude an dem famosen, vierten Album 10,000 Days von Tool beginnt schon beim Auspacken. In das superdicke, aufklappbare und selbstverständlich schwarze Pappcover ist eine Brille eingearbeitet, durch die man sich bunte, psychedelische Bilder des Booklets im 3-D-Effekt anschauen kann. Bedeutet ein wunderbares Artwork nun auch wunderbare Musik?

Fünf lange Jahre nach Lateralus (2001), das den in den USA platin-verwöhnten Tool auch bei uns den Durchbruch verschaffte, sowie unglaubliche 10 Jahre nach ihrem Meisterwerk Aenima (1996) wirft sich die Frage auf: Wo steht die 1990 in Los Angeles gegründete Band? Darauf geben einem der charismatische Frontmann Maynard James Keenan, Adam Jones (Gitarre), Justin Chancellor (Bass) und Trommler Danny Carey natürlich keine kurze Antwort, sie werfen einem mit dem 76-minütigen 10,000 Days einen verdichteten, epischen, finsteren Klangbrocken hin. (more…)

PeterLicht - Lieder vom Ende des Kapitalismus. Mit Buch: Wir werden siegen!

Freitag, den 28. April 2006

Oh, Pop-Kultur, was wärst du ohne deine Mythen, ohne deine Peter-Licht-Gestalten? Lieder vom Ende des Kapitalismus nennt der 30-Something ohne öffentliches Gesicht und ausgekundschafteter Biographie sein drittes Album und Highlight deutschsprachiger Pop-Musik. 14 Songs enthält es, und die bieten alles, was Pop so unwiderstehlich macht: leichtfüßige Melodien, Melancholie und Texte mit Tief-, Hinter- und auch ein bisschen Schwachsinn. (more…)

Donavon Frankenreiter - Move By Yourself

Donnerstag, den 27. April 2006

Mit seinem zweiten Album begibt sich der ehemalige Surfprofi Donavon Frankenreiter in ungewohnte Gewässer. Nach dem Wechsel von Brushfire, dem Label seines Mentors Jack Johnson, zu Lost Highway hat der bärtige, langhaarige Sänger und Songschreiber mit dem sanften Blick nämlich den Stevie Wonder der Talking Book-Phase in sich entdeckt: Auf einem teils funkigen und durchgehend ansprechenden, keyboardbetonten Album schwebt Frankenreiters verträumte, beinah falsettartige Stimme über perfekten Soul-Pop-Nummern. (more…)