Sonic Youth - Rather Ripped
Die Gitarren-Ikone Sonic Youth ist ein Phänomen. In nun 25 Jahren im Dienste des kompromisslosen Indie-Rocks wurden sie bislang von jeder neu herangewachsenen Hörergeneration wieder entdeckt. Mit Rather Ripped, eine ihrer besten Platten überhaupt, aber könnte die 1981 formierte Gruppe um Kim Gordon und Thurston Moore neue Hörerkreise erschließen. Bislang ließ die musikalisch nicht zu alternde Band aus New York das Pendel immer zwischen wildem Experiment und moderatem Saitenspiel ausschlagen, gerne auch zu beiden Seiten bis zum Anschlag.
Hinter einem eher Lärmattacken andeutenden Punk-Cover verbergen sich ungewöhnlich klar strukturierte, fast dissonanzfreie und direkte Songs mit oft zarten Zügen. Die fanden sich zwar fast auf jedem Werk in der umfangreichen SY-Diskographie, aber so konsequent und ausdauernd hat das Quartett noch nie die Spur gehalten. Nicht einmal auf ihrem hymen-gespickten Klassiker Daydream Nation. Kleine Unebenheiten ändern dran gar nichts.
Das liegt weniger am Fehlen des Quasi-Mitglieds und Soundbastlers Jim O’Rourke, als vielmehr an einer guten Stimmung während der Aufnahmen. Unter Mithilfe des Produzenten John Agnello (Patti Smith, Mark Lanegan, J.Mascis, Jimmy Eat World oder The Kills) wurde zwar ordentlich an den insgesamt dreizehn Songs nach dem Prinzip „weniger ist mehr“ gehobelt und geschliffen, aber dabei gleiten Sonic Youth nie in seichte Gewässer. Es ist vielmehr so, dass diese Abmagerungskur Licht ins eng verzweigte, selten nicht dornige Gestrüpp brachte und Rather Ripped zu einem grandiosen Pop-Album macht. Pop im Sinne von Sonic Youth natürlich. –Sven Niechziol
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