the Thermals - The Body the Blood the Machine
Weg vom schroffen Low-Fi-Sound und hin zum politischen Indie-Gitarren-Rock: Auf ihrem dritten Album The Body, The Blood, The Machine haben sich The Thermals von ihrem Ausgangspunkt entfernt, ohne ihn aus den Augen zu verlieren. Das von Brendan Canty (Fugazi) produzierte Werk bringt es auf zehn punktgenaue, krachende Songs mit einer Spielzeit von gut einer halben Stunde. Und die vergeht bei diesem hochenergetischen Material auch noch im Fluge. Das die diesmal von Hutch Harris und Kathy Foster im Alleingang aufgenommen Tracks strukturierter, aufgeräumter und weniger dreckig und hölzern klingen, kann nur Fans stören, die Entwicklungsprozessen und Veränderungen feindlich gegenüber stehen. Die sollen sich ruhig etwas Neues suchen. Viel Glück!
Der hoffentlich viel größere Rest bekommt vom Duo aus Portland furiosen und feurigen Indie-Rock serviert, in dem exquisite Referenz-Klößchen schwimmen. Da währen die ebenfalls aus der größten Stadt des Bundesstaates Oregon stammenden Wipers („A Pillar Of Salt“) oder Kingsmen („Returning To The Fold“). Da wären Guided By Voices („I Might Need You To Kill“) in scheppernder Version und da wäre völlig überraschend die Sixties-Punk-Legende Roky Erickson (Thirteen Floor Elevators) in einem Song wie „Test Pattern“. Wie The Thermals sich diese Einflüsse nie zu offensichtlich einverleiben und wie sie wütende Kraftpakete schnüren, denen weder Hooklines noch Melodien fehlen, das nötigt einem schon Respekt ab. –Sven Niechziol
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