Bonnie Prince Billy - The Letting Go
Seit den frühen 90er veröffentlicht der in Tennessee lebende Will Oldham Platten unter eigenem Namen oder als Palace, Palace Brothers, Palace Songs und natürlich Bonnie „Prince“ Billy. Dazu kommen Kollaborationen mit Johnny Cash, Silver Jews, Current 93, Tortoise, Björk oder den Turin Brakes, was sich zu einem makellosen Gesamtwerk addiert. The Letting Go schafft es tatsächlich, da noch heraus zu ragen. Dieses in Reykjavik mit dem Björk-Hausproduzenten Valgeir Sigurdsson aufgenommene Album ist so und imposant wie die malerische und überwältigende Landschaft Islands, die als Inspirationsquelle gewirkt haben muss.
Die weitgehend akustisch instrumentierten, faszinierenden und zärtlichen Songs berühren einen ab der ersten Sekunde und bestechen durch unkomplizierte und doch intensive Arrangements. Oldham wendet sich auf The Letting Go verstärkt dem Folk zu, baut dezent Country-Elemente und einige elektronische Spielereinen ein und garniert das Ganze mit herzergreifenden Streichersätzen, die alle von Isländern gespielt werden. Der Schönheit die Krone aber setzt Vokalistin Dawn McCarthy (Faun Fables) mit ihrer kristallklaren Stimme auf. Sie ist die kongeniale Partnerin, die das Pendant zu Will Oldhams verschnuscheltem Klagegesang bildet. Irgendwann einmal, wenn das große Buch der Pop-Musik geschrieben wird, dann steht auf der Seite mit den Namen Neil Young, Nick Drake oder Tim Buckley auch der des wuschelbärtigen Eigenbrötlers aus Nashville. –Sven Niechziol
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