Cradle of Filth - Thornography
Cradle Of Filth waren einmal die originellste und kreativste Black-Metal-Band. Mit Thornography bedienen sie jedoch eher Gothic-Rock- und Gruselhörspiel-Freunde als eingefleischte Schwarzmetaller.
Auf den letzten Alben orientierten sich die Briten immer mehr in Richtung düstere Rockoper und Bombast-Metal, und beim ersten Durchlauf von Thornography ist man geneigt, sich über deutlich präsentere Gitarren und zumindest einen Anflug der alten Brachialität zu freuen. Der Härte-Effekt nutzt sich allerdings recht schnell ab. Klammert man einige gelungene Riff-Passagen aus, zelebrieren Dani Filth und seine Nebenvampire den üblichen epischen Soft-Schock-Rock mit teils unverkennbaren Anleihen bei King Diamond, Alice Cooper und HIM (deren Sänger Ville Valo ist bei “The Byronic Man” als Gastsänger zu hören). Im Vergleich zu Klassikern wie Dusk And Her Embrace oder Cruelty And The Beast wird hier nur ganz zart Blut verspritzt und Angst und Schrecken verbreitet. Wer Scheiben wie Nymphetamine mochte, wird allerdings bestens bedient und stört sich wahrscheinlich nicht einmal an dem Heaven-17-Cover “Temptation”.
– Michael Rensen
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