Melvins - A Senile Animal
Die Konstanz und Konsequenz, mit der die Melvins voranmarschieren, kann nicht genug gewürdigt werden. Wer in gut 20 Jahren Existenz noch mehr Alben veröffentlicht - die Solo- und Seitenprojekte gar nicht eingerechnet - greift auch gerne mal in die Kloschüsseln. Nicht so die 1985 in Aberdeen / Washington State gegründeten Indie-Metal-Helden, deren neuster Genie-Streich A Senile Animal einmal mehr die Diskussion wiederbeleben dürfte, ob es sich um das energiereichste Melvins-Kraftwerk handelt. Oder ist es doch Houdini, vielleicht Honky oder gar das Frühwerk Ozma. Egal, sind alle großartig, und das nicht minder packende A Senile Animal reicht sich da nahtlos an. Ohne Kevin Rutmanis am Bass und dafür mit den beiden Big-Business-Mitgliedern Jared Warren und Coady Willis holt die Band um Gitarren-Weirdo und Sänger King Buzzo zum Rundumschlag aus. Mal mit Axt, mal mit Laubsäge ausgerüstet lassen es die Melvins fast schon speed-metallisch krachen oder auch mal doomig kriechen. Nicht ganz unbeteiligt am Klang-Wechselbad zwischen Monstrosität und einer relativen Milde ist das Trommel-Doppelpack Dale Crover und Coady Willis, das den insgesamt zehn Tracks noch mehr Wucht verleiht. Während die 1000 mal berühmteren Tool ihre Songs bis ins Detail durchkonstruieren, an ihnen feilen und schmirgeln, greifen die Melvins zum Hobel. Da fallen jedenfalls ordentlich Späne. –Sven Niechziol
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