Hoobastank - Every Man for Himself
Auf ihren Vorgängeralben reichten die musikalischen Einflüsse der kalifornischen Band Hoobastank bereits von Faith No More über Fishbone und Guns n’ Roses bis hin zu Trance. Auf ihrer neuen CD Every Man For Himself hat sich ihr Spektrum nochmals erweitert: In der Enstehungszeit wurde kräftig Pink Floyd gehört.
Herausgekommen sind Songs von bis zu sieben Minuten Länge und zuweilen ungewöhnlicher Instrumentierung, mit Flöten, Glockenspiel, Akkordeon und Trompeten, wie auf “More Than A Memory”, dem wohl ungewöhnlichsten Stück des Albums. Mit Every Man For Himself hat die einstige Schulband Hoobastank, Gründungsjahr 1994, endgültig ihr Reifezeugnis abgelegt, und zwar in musikalischer wie inhaltlicher Hinsicht. Die Message des Albums ist dezent aber nicht zu überhören. “Es ruft dazu auf den Arsch hochzukriegen” lautet der Kommentar von Sänger Doug Robb und verweist damit auf das Intro “The Rules”, in dem ein echter Drill-Sergeant in harschem Ton seine Parolen ausgibt und in den Song “Born To Drill” überleitet, der übrigens auch als Video auf der CD vorhanden ist. “Ein Song für jene Leute, die immer von einem anderen Leben träumen, jedoch niemals auf die Idee kämen, konkret etwas zur Verwirklichung ihrer Träume zu tun”, so Doug. Dass auch der Band Hoobastank der Erfolg nicht einfach in den Schoß gefallen, sondern hart erarbeitet ist, liegt auf der Hand. Denn vom Träumen allein hätten die insgesamt 13 Stücke von Every Man For Himself sicherlich nicht derartig powerful und musikalisch differenziert geklungen. “If I were You² beginnt mit Versatzstücken von Schulhoflärm und einem Thema aus Glockenspiel und Flöten, das daherkommt, als sei es aus dem Beatles-Song “Strawberry Fields Forever” entliehen, um sich dann zu einer eigenständigen Ballade zu mausern. Bei allen Experimenten ist die Band ihren musikalischen Wurzeln treu geblieben. Der charakteristische Hoobastank-Kernsound der beiden Vorgängeralben gerät niemals in Hintertreffen, nicht einmal unter den Streicherklängen von “If Only”! Every Man For Himself ist ein programmatischer Titel für dieses außergewöhnliche Album. Es ist entstanden, ohne es irgendjemandem Recht machen zu wollen, -außer den Bandmitgliedern selbst. Gitarrist Dan Estrin hat das Credo von Hoobastank zutreffend auf den Punkt gebracht: “Wir machen einfach nur das, was wir wollen. Und wir machen es gut.” Andreas Schultz
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