Black Rebel Motorcycle Club - Baby 81
Gitarrist Peter Hayes und Bassist wie Keyboarder Robert Turner kennen sich seit gemeinsamen Highschool-Zeiten, die sie Mitte der Neunziger zusammenbrachte. Seitdem gingen die beiden vom Startpunkt San Francisco aus einen langen, mal steinigen, mal leichten Weg.
Erfolgsstation Nummer 4 heißt Baby 81 und ist das geworden, was der Black Rebel Motorcycle Club schon zu Veröffentlichungszeiten des mehr an Americana orientierten 2005er Vorgängers Howl ankündigte: Eine Rückkehr zum Indie-Rock mit seinen Vorbildern Velvet Underground, Jesus And Mary Chain, Spacemen 3 oder Stone Roses.
Nach überstanden Alkohol- und Drogenproblemen ist Drummer Nick Jago nun wieder dabei. Sänger Hayes und Turner, der nun seinen offiziellen Namen Robert Levon Been (Sohn des The-Call-Mitglieds Michael Been) angenommen hat, holten den verlorenen Freund zurück. Alte Band, alte Stärke, auch wenn BRMC nicht so spektakulär auftrumpfen wie auf den beiden Frühwerken. Was vielleicht auch daran liegt, dass der Auslandsaufenthalt in England beendet und der Lebensmittelpunkt L.A. ist, dass die aufreibenden Streitigkeiten mit einer Plattenfirma vergessen sind und das 1998 gegründete Trio schon zu den etablierten Indie-Kräften gehört. Trotzdem hat Baby 81 - benannt nach einem Säugling, um den neun Mütter nach dem Tsunami 2004 stritten - gerade in der ersten Hälfte einige gute, dynamische, gradlinige und sehr rockige Songs („Berlin“, „Weapon Of Choice“) zu bieten. In der weiten Halbzeit halten sich BRMC mit Stücken wie „American X“, dem glamourösen „Not What You Wanted“ oder dem akustischen „Am I Only“ weitaus mehr zurück.
Doch trotz Tempoverschleppungen und zerfranster Strukturen hinterlassen auch sie den Eindruck, das der Black Rebel Motorcycle Club noch gut für eine paar aufregende Ausflüge in die Rock-Welt ist.
–Sven Niechziol








