4 Hero - Play With the Changes
Mit ihrem ersten fünften rollen 4 Hero die Party von hinten auf, denn die Briten nehmen nur langsam Fahrt auf. Auch stilistisch geht es weiter voran. Die Ende der 80er von Marc „Mac“ Clair und Dego McFarlane in London gegründete Band entfernte sich im Laufe der Jahre von Jungle und Drum & Bass, wo sie Pionierarbeit leisteten. Spätesten mit Two Pages (1998) fand eine musikalische Umorientierung zu den sündhaft teuer gehandelten Frühwerken In Rough Territory und Parallel Universe statt. Nach einer fünfjährigen Phase - Creating Patterns erschien Ende 2001 - ohne Longplayer-Veröffentlichung starten 4hero recht gelassen in Play With The Changes.
Schon der von ästhetischen, symphonischen Streichern getragene Eröffnungssong „Morning Child“ weist die Richtung in eine sehr kuscheligen, eleganten und bis in die Tiefe durcharrangierten Mixtur aus Jazz, Latin, Soul und Funk auf. Maßgeblichen Anteil am Gelingen haben auch die vielen Gäste am Mikrophon. Die musikalischen Akzente setzen jedoch Dego und Marc Mac, die sich ihre Sounds nicht von der Festplatte ziehen, sondern mit Studiomusikern arbeiten, was Play With The Changes eine spürbare Wärme verleiht. Auch der kontrollierte Einsatz von Breakbeats sorgt dafür, das die Stimmung nicht kippt. Aber sie verändert sich trotzdem, denn 4hero wirken in der zweiten Hälfte häufiger aufgekratzt. So steht „Stoke Up The Fire“ im Gegensatz zu „Give In“, einer unaufdringlichen, an Stevie Wonder erinnernden R&B-Nummer. Aus der Feder der Soul-Legende stammt übrigens „Superwoman“, das die Briten gelungen, wenn auch nur respektvoll covern. Aufregender ist da schon das störrische Jazz-Stück „Why Don’t You Talk“ oder das finale „Dedication To The Horse“, die notwenige Gegenpole bilden und verhindern, das Play With The Changes nicht in Schönheit stirbt. –Sven Niechziol
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