Audioslave - Revelations

Wer Audioslave und Out Of Exile mochte, wird auch den dritten Streich der Alternative-Supergroup ins Herz schließen. Wer Audioslave schon immer doof fand, darf gern bei seiner Meinung bleiben.

Zwar hat die Band ihren Sound in Details leicht modifiziert - der Heavyrock-Anteil wurde zugunsten verstärkten Funk-Appeals etwas zurückgeschraubt -, doch die maßgeblichen Fixpunkte bleiben natürlich erhalten: Chris Cornells mächtiges Organ durchdringt selbst Stahlbeton mit Leichtigkeit, die aus Brad Wild (Drums) und Tim Commerford (Bass) bestehende Rhythmusfraktion zeigt einmal mehr, wie herrlich tanzbar harter Rock sein kann, und Tom Morello bleibt einer der wenigen begnadeten Gitarristen, die ihr Instrument wirklich zum Sprechen bringen. Ja, der Mann ist ein würdiger Nachfolger von Jimi Hendrix, nur dass Morello nicht ein chaotisches Feuerwerk des Wahnsinns abbrennt, sondern sein Genie stets kontrolliert einsetzt. So bleibt auch die von Rage Against The Machine bekannte Kompaktheit der Arrangements eine der großen Stärken von Audioslave. Eine andere kommt auf Revelations erstmals zum Vorschein: Von der R.A.T.M.-Radikalität zwar Lichtjahre entfernt, beziehen Audioslave hier politisch Stellung, etwa wenn in der schnörkellosen Gänsehaut-Hymne “Wide Awake” sehr deutlich die Apathie der US-Regierung angesichts der Hurrikan-Katastrophe angeprangert wird. Die übrigen Lyrics sind meist sehr persönlicher Natur, wie z.B. beim trockenen Groove-Brecher “Jewel Of The Summertime” oder der von einem furiosen Stakkato-Beat angetriebenen Single “The Original Fire”, doch auch hier weiß Cornell uns mehr mitzuteilen als die platten Nichtigkeiten, mit denen manch andere Rockband ihre Songhülsen füllt. Und dem Klischee, dass man mit zunehmendem Alter ruhiger wird, widersprechen Audioslave vehement. Balladesken Stoff sucht man auf Revelations vergebens, bei aller Funk- und Groovyness dominiert die wohl dosierte Härte. Oder wie Tom Morello es auszudrücken beliebt: „Wenn du einen Arschtritt verpasst bekommen willst, bist du hier an der richtigen Adresse.“ –Dirk Siepe

CD 1

  • 1. Revelations
  • 2. One and the Same
  • 3. Sound of a Gun
  • 4. Until We Fall
  • 5. Original Fire
  • 6. Broken City
  • 7. Somedays
  • 8. Shape of Things to Come
  • 9. Jewel of the Summertime
  • 10. Wide Awake
  • 11. Nothing Left to Say But Goodbye
  • 12. Moth
  • 13. Set It Off
  • 14. Doesn’t Remind Me
  • 15. Gasoline
  • 16. Out of Exile
  • CD 2

    • 1. 16min Kurzfilm bestehend aus Live-Material und Interviews mit allen vier Bandmitgliedern

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